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Liaison

By Isabel Mundry

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Quartet
Composed by Isabel Mundry (1963-). Kammermusik-Bibliothek (Chamber Music Library). World premiere of the 1st version: Dresden, Semperoper, June 6, 2008. Music post-1945. Score and parts. Breitkopf and Haertel #KM 2516. Published by Breitkopf and Haertel (BR.KM-2516).

Item Number: BR.KM-2516

ISBN 979-0-004-50293-8. 11.5 x 16 in inches.

World premiere June 6, 2008 Desden Semperoper (Luk. 1 39-45)
V Hymnus (instrumental)
VI Lobgesang (Luk. 1 46-55)
VII Psalm 66
(Luk. 1 39-45)
V Hymnus (instrumental)
VI Lobgesang (Luk. 1 46-55)
VII Psalm 66

CD NEOS 11014

Das Eigene im Fremden. Der Komponist im Gesprach mit Peter Zacher

Peter Zacher: 1988 hast Du Dein erstes Instrumentalkonzert geschrieben die ,,Nouveaux Divertissements d'apres Rameau ein Hornkonzert fur Peter Damm. Jetzt folgt genau 20 Jahre spater ein Cellokonzert fur Jan Vogler. Ging die Initiative von Dir aus?

Udo Zimmermann: Es war eher ein Aufeinanderzugehen. Das Violoncello hatte fur mich schon immer eine besondere Bedeutung von den ,,Movimenti caratteristici fur Violoncello solo bis hin zum ,,Canticum marianum fur 12 Celli. Es ist fur mich unter den Streichinstrumenten das spannendste unglaublich reich an Ausdrucksmoglichkeiten. Und Jan Voglers Art zu spielen deckt sich weitgehend mit meinen kompositorischen Intentionen.

PZ: War es schwer das Komponieren nach so langer Pause wieder aufzunehmen?

UZ: Meine letzte kompositorische Arbeit liegt immerhin zwolf Jahre zuruck. Eine so lange Pause zwischen zwei Kompositionen hatte es bei mir noch nie gegeben. Auch ein Geiger der ein Jahr lang nicht gespielt hat kann sich nicht in ein Weltklasseorchester setzen und losspielen als ware nichts geschehen. Ich fuhlte mich teilweise vollig verunsichert weil mir sogar handwerkliche Dinge nicht mehr zu Gebot standen. Da musste ich sogar auf Instrumental!tabellen zuruckgreifen die ich als Student verwendet habe.

PZ: Ich kenne Dich lange genug um zu wissen dass Dir jeder Anfang einer Komposition extrem schwer gefallen ist.

UZ: Das ist richtig. Und in diesem Fall ganz besonders. Kann man einfach weitermachen wo man zwolf Jahre zuvor aufgehort hat? In der Zwischenzeit hat sich viel verandert. Die Asthetik ist eine ganz andere. Wir sind an einem Punkt angekommen an dem wir die totale Irritation erleben: Es gibt einfach alles alles ist moglich. Es existiert kein verbindliches Stilprinzip. Und es wird immer schwieriger das Eigene im Vielen zu bestimmen und zu formulieren. Was dieses Stuck letztlich ausmacht ist eine seltsame Balance zwischen dem Eigenen und dem Fremden.

PZ: Hat Dir Jan Vogler irgendwelche Wunsche genannt oder warst Du bei der Gestaltung vollig frei?

UZ: Es gab eigentlich keine konkreten Vorgaben von Jan Vogler. Selbstverstandlich haben wir uns uber ein paar Dinge verstandigt. Aber es existierte von Anfang an eine erstaunliche Ubereinstimmung. Die lyrische Kantilene und die Virtuositat sind die zwei zentralen Wesensmerkmale fur ihn und dieses aussergewohnliche Instrument. Aber es ist eine besondere Form von Virtuositat kein technisches Abarbeiten nach aussen. Die Virtuositat besteht in einer Art Innenspannung.

PZ: Was hat es mit dem Titel auf sich?

UZ: Bei mir muss immer zuerst ein Titel da sein mit konkreten beinahe szenischen Assoziationen. Erst daraus entwickelt sich dann eine Vorstellung von der Musik. Ingeborg Bachmann ,,Lieder von einer Insel von 1954 ist ein Text der grosse Assoziationsraume offnet der eine Struktur vorgibt und der bei mir eine starke Affinitat ausgelost hat weil er meiner Befindlichkeit entspricht. Es ist ein in besonderem Masse metaphysischer Text weil es um Tod und Leben geht. Wir konnen nicht bleiben an diesem Ort. Alles ist Kommen und Gehen. Wie wir auch nicht wissen wo diese Insel liegt - irgendwo im Ungewissen.
Aber ausser einem Gebets-Zitat von Franz von Assisi (Indulceam ubi est culpa) spielen noch drei weitere Texte fur das Stuck eine wichtige Rolle: Heine/Schumanns ,,Ich hab im Traum geweinet die ,,Versohnung von Else Lasker-Schuler und eine Passage aus ,,Hyperions Schicksalslied von Holderlin dieses ,,Doch uns ist gegeben / Auf keiner Statte zu ruhn. Diese Texte kreisen um Liebe Abschied Trauer und Unbehaustheit und sind im Grund alle miteinander verwandt weil sie von einer grossen Sehnsucht bestimmt sind.

(aus dem Programmheft der Urauffuhrung im musica viva-Konzert vom 15. Mai 2009)
CD NEOS 11014.

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