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Fingercapriccio

By N. A. Huber

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Percussion solo
Composed by N. A. Huber. Edition Breitkopf. World premiere: Lugano (Ensemble EAR DRUM), April 3, 2008. Music post-1945. Performance score. Breitkopf and Haertel #EB 9193. Published by Breitkopf and Haertel (BR.EB-9193).

Item Number: BR.EB-9193

ISBN 979-0-004-18317-5. 11.5 x 16.5 in inches.

fingercapriccio fur zwei Schlagzeuger fullt eine Lucke. Nach einem Solo, Quartett und Trio fur Schlagzeug jetzt ein Duo. Die Anregung dazu kam von Bernhard Wulff fur das virtuose Duo ,,ear drum. Es ist schon lange nicht mehr die euphorische Zeit der Riesenbesetzungen. Stattdessen legt das Stuck Wert auf wenig Instrumente und versucht das Herumdonnern im Instrumentenpark zu vermeiden. Diese instrumentale Diat zwang mich in eine Art hypnotische Sogwirkung. Die Herangehensweise, uber die Vielfalt von Spiel- und Kombinationsdifferenzierungen in das Farbenparadies des Horens zu gelangen, liess mich lange Zeit im Stuck nicht weg kommen von den beiden Bongopaaren und ihren Fellen als Tummelplatz fur die Finger der Spieler. Selbst die steiferen Schlagel und Trommelsticks wurden zu Fingerprothesen und manchmal wie die Finger einer Hand in angrenzende Anschlagspositionen geteilt. Das funktioniert naturlich nur, wenn man in solchen Beziehungen einer Stuckwelt horen kann. Zwei Spieler, je zwei Hande, je funf Finger, je zwei Hauptfarben - Fingerfleisch und Fingernagel - je zwei Bongos und zwei Abstrahlungsorte ... das schreit nach Umschlag! Wie Fingerkuppe sich zu Fingernagel verhalt, schlagt das Stuck (endlich) im letzten Drittel vom Fell ins Metallische um, vom oft-Gebrauchten zum selten-Benutzten, vom wenig Tonhohenhaften zum ausschliesslich Tonhohengebundenen usw. usw.

Finger, L(inks) / R(echts), Farborte werden melodisch gebraucht, Gleichzeitigkeiten und ihre rhythmischen Verschiebungskombinationen werden zu einer Art Fingerharmonik, Unterschiede, etwa zwischen zweitem und dritten Finger oder dem zweiten Finger der rechten bzw. der linken Hand oder des rechten und linken Spielers und deren beiden linken und rechten Hande etc. etc. werden zu Werten der musikalischen Wahrnehmung. Das kann nur ein Capriccio sein, keine Form, eher ein launisches Prinzip, dem Frescobaldi schon versuchte, einzelne kompositorische Programmatiken zur speziellen Ausdifferenzierung zuzuordnen. Wenn das endliche Bongo-Fell umrundet oder durchquert wird, ergeben sich Zeiten, die unseren Sinnen spontan erfassbar sind. Eine Klangschale, kleiner im Durchmesser als eine Bongomembran, schafft mit einem Anschlag einen Klang von einer Minute Dauer, der unserer Alltagsbeanspruchung des Zeitsinns schon Einiges abverlangt an Gefuhl fur Weite und Klangdauerhorizont. Fur mich ein faszinierender Aus-Klang!

(Nicolaus A. Huber 27. Juni 2007)

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