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2 Lieder

1. Eureka's Preface, 2. Herzwand

By Manuel Hidalgo

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Mezzo-soprano voice, piano
1. Eureka's Preface, 2. Herzwand. Composed by Manuel Hidalgo. Edition Breitkopf.


Partial world premiere: Stuttgart (Tage fur Neue Musik), April 4, 1990

20th Century (after 1950). Performance parts. Breitkopf and Haertel #EB-9084. Published by Breitkopf and Haertel (BR.EB-9084).

Item Number: BR.EB-9084

ISBN 979-0-004-17958-1. 8.5 x 12 in inches.

Partial World permiere Stuttgart (Tage fur Neue Musik), April 4, 1990 Werner Keil hat nach der Erstausgabe unter Heranziehung des Autographs einen Urtext erstellt der aber nicht nur dem wissenschaftlichen Studium sondern vorwiegend praktischen Zwecken dient. So liegt der Komposition eine 42-tonige zentraltonige Materialgestalt` (nicht Reihe'!) zugrunde die fur verschiedene Ableitungen im Bereich der Melodik (z. B. Viertelton-Stauchung) Harmonik Rhythmik Klangfarbe (Spielarten) grossformale Proportionierung (42 Teile zwischen 4 und 88 Sekunden) verantwortlich ist. Die Formung dieser Materialgestalt erwuchs aus dem Bestreben nach Stringenz' (die Adorno an die Stelle der in der Kunst nicht eigentlich wirkenden Logik' gesetzt wissen will) Ausgewogenheit` Zusammenhang` Fasslichkeit`: Kriterien einer meinetwegen positorischen' Asthetik die ich als fur mich gultig anerkenne. Uberdies: Da man hierzulande gegenwartig besonders deutlich sprechen muss um nicht - unter Umstanden gar mit latenter Absicht - missverstanden zu werden erscheint der Hinweis nicht uberflussig dass mir eine Art Synthese - ich bin mir der Kuhnheit meines Unterfangens voll bewusst - von Zimmermann und Stockhausen vorschwebt. Entsprechend meinem Denken und Empfinden jedenfalls ein Weg in die Zukunft (und nicht wie derzeit ublich zuruck in die fruhen 20er Jahre) ... Naturlich: Zukunft' ist fur viele zur Zeit kein Thema Fortschritt` erst recht nicht (wobei ohnehin noch niemand hat definieren konnen was Fortschritt` in der Kunst sei; ein Computer ist so gut wie ein Klavier: man kann gute und schlechte Musik damit machen); beides zielt in der Kunst denn wohl doch auf eines hin: auf die noch nicht oder nur unvollkommen realisierte Moglichkeit. Mein asthetischer Ansatz findet symbolhaften Ausdruck gegen Ende des Stuckes: Infolge diatonischer Transformation erscheint die Materialgestalt' - von Violine und Violoncello im Doppeloktav-Unisono vorgetragen - im Stil eines gregorianischen Chorals (imagine!). Nach einer Verarbeitung in Form eines Organum quadruplum' im Stile Perotins und einer durchimitierten Motette' nach Art Orlando di Lassos - zwei wichtige Architekten am Gebaude europaisch-rationaler Mehrstimmigkeit als deren besondere Manifestation die Gattung des Streichquartetts gilt - kehrt das Stuck zu seiner eigenen Stilistik zuruck.
(York Holler)

Vinko Globokar gewidmet. Die Komposition entstand im Auftrag des IRCAM zur Eroffnung des Centre Georges Pompidou Paris. Stimmensatz und Tonband sind mietweise erhaltlich.

CD
Realisation des Tonbandes: Elektr. Studio d. Staatl. Hochschule fur Musik Koln
Saarbrucker Streichquartett
Deutscher Musikrat
WER 6515-2 / Wergo 286 515-2
Arditti String Quartett
Auvidis MO 782036

>>Man ist um den Preis Kunstler dass man das was alle Nichtkunstler >>Form<< nennen als >>die Sache selbst<< empfindet<< (Nietzsche) >>Arcus<< ist >>absolute<< Musik und will nichts anderes sein doch in diesem Rahmen verkorpert das Stuck eine ganz bestimmte Idee die sich - auf den kurzesten Nenner gebracht - im >>Willen zur Synthese<< manifestiert der Synthese von >>naturlichen<< und elektronisch erzeugten Klangebenen sowie von verschiedenen Kompositionsprinzipien. Konkretes Sinnbild dieser Idee ist eine musikalische Grundgestalt die - und darauf bezieht sich der Titel >>Arcus<< (lateinisch >>Bogen<<) - bogenformig /ganzheitlich angelegt ist. Diese Grundgestalt ist verantwortlich fur Melodik Harmonik Rhythmik Gegenwartsdichte Makrozeit Form; auch dient sie als >>Code<< fur die Programmierung des Computers mit dessen Hilfe die elektronischen Transformationen der Instrumentalklange auf Tonband vorgenommen wurden.
Die Klangdimension von >>Arcus<< ist wesentlich bestimmt durch die elektronische Umwandlung von Instrumentalklangen. Das Medium der Elektronik ist einer nur teilweise erschlossenen Landschaft vergleichbar in der es wahrlich noch eine Menge zu entdecken gibt. So geht meine Expeditionsroute seit geraumer Zeit in folgende Richtung: Es besteht kein Zweifel dass - im Vergleich zu den verhaltnismassig stereotypen Generatorenklangen (Sinus Rechteck etc.) - die naturlichen Instrumentalklange sich durch erheblich interessantere Spektren auszeichnen. Es war fur mich daher naheliegend diese Klange als Grundmaterial fur die elektronische Bearbeitung zu wahlen.
Als kleine >>Hommage a IRCAM<< habe ich im vorletzten Abschnitt des Stucks einige kurzere charakteristische Zitate aus Werken von Boulez Berio Globokar und Risset in den musikalischen Kontext eingeflochten. (York Holler).

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